Juni 04, 2020

Coronahilfe Neuss Tagebuch – Tag 82

Corona ist vorbei – wir schließen hier! 
Okay, provokanter Einstieg… Nein, machen wir natürlich nicht! Auch wenn es sich an vielen Stellen schon wieder (fast) anfühlt wie Vor-Corona und der Eindruck entstehen könnte von „Wir sind hier fertig!“

Was wir wissen ist, dass Menschen in unserer Nachbarschaft nach wie vor in Not sind und Hilfe brauchen. Und genau dafür möchten wir diese Gruppe natürlich weiterhin bestehen lassen. So kann jeder, der sich einbringen möchte, das auch weiterhin tun.
Die Anfragen an uns verändern sich. Standen in den vergangenen Wochen eher Lebensmittel- und Hygienebedarf, sowie Risikogruppen im Fokus, so wird das, was gebraucht wird, vielfältiger. Der direkte Zusammenhang mit der Pandemie ist (schon jetzt) nicht immer direkt ersichtlich.

Schauen wir in die Zukunft: Wir wissen nicht, was durch Kurzarbeit und Insolvenzen noch kommt. Wir wissen nicht, ob eine zweite Welle mit Lockdown kommt. Wir wissen nicht, ob das Konjunkturpaket anschlägt oder nicht. Was wir aber wissen ist, dass wir hier ein Netzwerk an hilfsbereiten, großzügigen und kreativen Menschen haben. ♥
Ein paar Informationen zum aktuellen Stand:

  • die „alte Dame“ kommt morgen überraschend vorübergehend noch mal nach Hause. Warum und wieso führt hier zu weit – es ist so und im Hintergrund laufen die benötigten Hilfen an.
  • unsere zwei syrischen Familien haben sich sehr über die Spenden gefreut. Wir klären gerade was noch benötigt werden. Danke an alle, die Kleidung, Spielzeug und andere wichtigen Sachen abgegeben haben und an die zwei Fahrer für den Transport.
  • das Paten-Projekt (Einkaufsspende) läuft unverändert weiter. Die Anfragen sinken aktuell (Monatsanfang), aber ob das von Dauer ist, wissen wir erst in zwei bis drei Wochen.
  • mit der Familie, für die wir Unterrichtshilfe und Alltagshilfe angefragt haben, sind wir im Austausch. Mit allen, die Hilfe angeboten haben, bin ich per PN im Austausch.
  • soeben habe ich die Information bekommen, dass es einen gemeinsamen Gesprächstermin zwischen der Stadt und der Tafel und der Coronahilfe Neuss (und vermutlich auch noch anderen Beteiligten) geben wird. Das angekündigte Gespräch zwischen Herrn Breuer und der Tafel hat erfolgreich stattgefunden. Dieser „große“ Gesprächstermin schließt sich nun an.
  • auch weitere Projekte sind „in der Planung“.

So weit die Fakten.

Kommen wir mal zum Emotionalen.

Gestern hatte ich ein langes Gespräch mit einer der Vianney-Schwestern, die in Derikum die Tafelausgabe machen. Sie war von Anfang an eine wichtige Beraterin bei all unseren Gabenzaun-Aktivitäten und hat uns viele hilfreiche Ideen und Empfehlungen gegeben. Wir kamen überein, dass es in diesen stürmischen Zeiten, immer zur rechten Zeit die helfende Hand gab, die benötigt wurde. Manches Mal war dafür der Blick über den Tellerrand nötig, um die Lösung sehen zu können. Aber sie war immer da und kam oft „frei Haus“.

Dieser Gedanke trägt mich. Wir haben, trotz der vielen Herausforderungen, in all den Wochen niemanden abweisen müssen, der in Not um Hilfe gebeten hat. Immer kam zur rechten Zeit von irgendwo „ein Lichtlein“ her.
Mir fällt dazu direkt ein Ausspruch von Mutter Teresa ein: „Wir können keine großen Dinge vollbringen – nur kleine, aber die mit großer Liebe.“
Ich würde sagen: Machen wir weiter!

P.S. Es kann sein, dass es jetzt manchmal auch etwas länger dauert, bis Antworten kommen. Und es kann auch sein, dass wir Kommentarfunktionen (vorübergehend) schließen, wenn die Diskussion destruktiv wird und/oder gerade kein Admin hier sein kann, um das Pulverfass zu betreuen. Nur zur Info 😉

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